Geschichte
Samstagabend, 17. Dezember 1921. |
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Samstagabend, 17. Dezember 1921. |
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An einem wunderschönen Maiabend zu Beginn der 90er Jahre lagen eines Abends zwischen Bahnlinie und dem Flurweg in der Zehntentrotte blutende Verletzte. Der Schreck, der zufällig vorbeikommende Spaziergänger packte, war gross, denn es war ausser dem Stöhnen der Verwundeten und dem letzten Vogeljubilieren in den blühenden Obstbäumen kein Laut zu hören. Je weiter man der Müli zueilte, umso mehr Schwerverletzte lagen herum. Des Rätsels Lösung fand sich hinter der Gebäudegruppe am Mühleteich: Samariterinnen und Samariter eilten hin und her, betteten Verwundete auf Bahren, stillten Blut, legten kunstvolle Verbände an, schienten gebrochene Glieder. Eine schockierend realistische Samariterübung war da im Gang. |
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Seit über 80 Jahren sind die Stäfner Samariter und Samariterinnen bei fast allen Anlässen in der Gemeinde dabei, unauffällig, im Hintergrund, aber stets präsent, wenn es um Hilfe bei Unwohlsein, Verletzungen, Assistenz bei Umzügen und Sportveranstaltungen geht. Die erwähnte Übung im Obstgarten bei der Zehntentrotte gehört zum regulären Jahresprogramm des Samaritervereins. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit der Stäfner Feuerwehr. Bis 1988 waren je zwei Vereinsmitglieder jedem Zug fest zugeteilt. Die übrigen Mitglieder konnten bei Bedarf durch Telefonalarm aufgeboten werden. Nach 1988 baute die Feuerwehr eine eigene Sanitätsabteilung auf, wofür aber ebenfalls teilweise Mitglieder des Samaritervereins eingesetzt werden konnten. |
In der Geschichte des Vereins gab es immer Schwankungen. Er begann klein, konnte aber beispielsweise im Herbst 1921 schon vor der Gründung an einem in Stäfa unter ärztlicher Leitung durchgeführten Kurs 75 Teilnehmer begrüssen, von denen 68 den Ausweis für die erfolgreich bestandene Prüfung erhielten. Das war vermutlich der Startschuss für die sich unermüdlich einsetzenden Gründungsmitglieder Beria Kölla, Rosa Kunz, Ernst Suter, Marie Schiess, E. Bachofner, Lina Würgler und Stephan Unterwegner. 1922 fand ein Kinderpflege- und ein Froebelkurs statt. Am 7. Mai lief die erste Feldübung ab, vielleicht nicht ganz so blutgetränkt wie jene anfangs der 90er Jahre. Aber realistisch war sie schon damals, obwohl der Strassenverkehr kaum ins Gewicht fiel. Die übungsanlage ging von einem mit 10 Personen besetzten Auto aus, das im Buchstutz (von Redlikon nach Ützikon) über die steile Böschung hinuntergestürzt war. Für den Transport der Verletzten wurde ein grosser, mit Geflecht überspannter Leiterwagen samt Ross gemietet. So berichtet es die Chronik. |
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Aktiv waren die Samariterinnen und Samariter 1996 auch an der «Schlotterübung» der Lebensrettungsgesellschaft bei 11 Grad Luft- und knapp 17 Grad Wassertemperatur im Strandbad Lattenberg, und das mitten im Juli. Im März 1996 warben die Samariter mit dem «Luftibus» und einem Stand beim Gemeindehaus nicht nur für ihren Verein, sondern auch für die Erhaltung der Gesundheit. Die Samariterinnen stehen im September überall im Dorf an neuralgischen Punkten, wenn die Veloprüfungen der Primar-Mittelstufe über die Bühne gehen. Sie besuchen Kurse für Moulagen. So nennt man das Schminken von Simulanten, die dann blutüberströmt mit offenen Armbrüchen in den Stäfner Obstgärten herumliegen. Der Samariterverein kann auch zum Eheanbahnungsinstitut werden, wo Heiratswillige zu glücklichen Paaren werden. Am 9. Juni 1923 verlobten sich nämlich der Präsident Ernst Suter und die Aktuarin Rosa Kunz. Wie für fast alle Stäfner Vereine war 1995 ein Höhepunkt. Für die Samariter war es auch ein Höhepunkt an Präsenz und Arbeit im Festzelt, während der Freilichtaufführungen des Festspiels, am Umzug und am dreitägigen Dorffest Im Jubiläumsjahr bekamen die Samariterinnen und Samariter auch neue rote Postenjacken, die sie erkenntlich machen in der Menge, wenn Ernstfälle eintreten. Im Verein erhalten auch viele Berufstätige jenes Wissen, das sie in den vielen Betrieben in der Gemeinde befähigt, Verunfallten am Arbeitsplatz, auf der Strasse oder dann und wann auf der Skipiste im Dienste beizustehen. |
Das folgende Foto zeigt einen Samariter-Ausweis aus dem Jahre 1935: |
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Bis Ende 1921 galt Stäfa für die Samariterarbeit als unfruchtbarer Boden. Es bestand
zwar eine Ortsgruppe, die dem Samariterverein Meilen angeschlossen war. Die Mitgliederzahl
war jedoch immer klein und die Übungsstunden unregelmassig» So beginnt der Bericht
zum 50-Jahr-Jubiläum 1971. |